Ein altes Seefahrer Rezept: Labskaus

 

Mein norddeutscher Schatz vermisst im Winter immer seinen Grünkohl (Rezept gibt es hier: Grünkohl ) Bei seiner Suche ist er auf einen Onlineshop in Oldenburg/Ostfriesland gestoßen. Dort versendet die renommierte eingesessene Fleischerei Monse norddeutsche Spezialitäten. Bei der Bestellung  ist ihm auch der längst vergessene Labskaus wieder über den Weg gelaufen.

Jetzt könnt ihr es euch aussuchen, selber machen, so wie unten beschrieben oder bestellen 🙂 Wir haben beides schon gemacht 🙂

Viele Leute sagen „Kann man das essen?“ „Wie ekelhaft.“ „Igitt!“
Viele Menschen haben über Labskaus keine gute Meinung, obwohl nur die Wenigsten tatsächlich schon einmal Labskaus gegessen haben. Das hat Labskaus einfach nicht verdient. Denn es schmeckt einfach HERRLICH!!!!!!! Auch wenn es nicht so aussieht 🙂

Alle streiten sich woher Labskaus kommt. Labskaus ist ein Seemannsgericht. Früher, als man noch mit Segelschiffen auf große Fahrt ging, gab es an Bord keine Möglichkeit, Lebensmittel lange frisch zu halten. Also musste der Smutje (Koch) auf lange haltbare Lebensmittel zurückgreifen. So entstand der Brei aus gesurtem (gepökeltem)  Rindfleisch, eingelegten Roten Rüben (Roter Beete) , Zwiebeln und Kartoffeln. Solange es die Kombüse (Küche) noch hergab, gab es Matjes (eingelegten Hering) und Spiegelei dazu.

Labskaus wird heute in ganz Norddeutschland und Teilen von Skandinavien gegessen. Allerdings beileibe nicht jeden Tag und auch nicht von jedermann. Aber: Labskaus erlebt in den letzten Jahren eine Renaissance, man kann es sogar in Wien essen 🙂

Wie wird echter Labskaus zubereitet?

Wie bei allen traditionellen Gerichten, gibt es nicht das eine richtige Rezept, sondern viele verschiedene Zubereitungsarten. Insbesondere über die Frage, ob man den Matjes unter das Labskaus mischt oder extra dazu serviert, ist heiß umstritten, wie man nur über Geschmacksfragen streiten kann. Wer behauptet, Labskaus könne nur auf eine Art und Weise korrekt gekocht werden, der kennst sich nicht aus 🙂

Labskaus wird mit gesurtem (gepökeltem)  Rindfleisch zubereitet, das man heute nur schwer bekommt, zur NOT kann man auch auf „Blechochsen“ (Corned Beef in Dosen) nehmen.

Zutaten

  • 500g Rinderbrust, gesurt (gepökelt)
  • 1,5 Liter Wasser
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 Nelken
  • 5 Pfefferkörner
  • 500 g Kartoffeln, mehlig kochend
  • 2 Zwiebeln
  • Pfeffer, Salz
  • 1/4 Liter Suppe (Brühe)
  • 1 Gewürzgurken
  • 300 g Matjes
  • 1 Apfel
  • 1/2 Zwiebeln
  • 50 g Rote Rüben (Rote Beete)
  • 10 g Butter
  • 3 Eier
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Rinderbrust in einen Suppentopf legen und mit Wasser bedecken. Lorbeerblatt, Nelken und Pfefferkörner dazugeben. Salz ist nicht notwendig, da die Rinderbrust bereits salzig genug ist. Alles  zum Kochen bringen. Die Temperatur auf mittlere Stufe reduzieren,  das Fleisch ca. 90 Minuten weich kochen.Inzwischen eine mehligkochende Sorte Kartoffeln schälen, in Würfel schneiden, waschen und weich kochen. Wasser abgießen und  die Salzkartoffeln etwas ausdämpfen lassen. Zwiebeln schälen und vierteln.

Die fertig gegarte Rinderbrust mit einer Schaumkelle aus der Pökelbrühe heben und zusammen mit den gekochten Salzkartoffeln und den beiden rohen Zwiebeln durch die feine Scheibe vom Fleischwolf drehen und gut durchmischen.

Das  Labskaus in einen Topf füllen und mit Pfeffer und evtl. wenig Salz würzen. Von der Pökelbrühe nach und nach ca. 1/4 Liter  unter das  Labskaus rühren, bis es geschmeidig wird. Das Labskaus auf niedriger Temperatur warm halten. Eine Gewürzgurke in kleine Würfel schneiden und unter das Labskaus mischen.

Die Matjesfilets zusammenrollen und mit kleinen Holzspießen zusammenstecken. Vorgekochte Rote Rüben (Rote Beete)  oder gekaifte eingelegte Roe Rüben (Rote Beete)  abtropfen lassen und in Scheiben schneiden. In einer beschichteten Pfanne Butter erhitzen und 3 Spiegeleier braten. Bremer Labskaus zusammen mit den gefüllten Matjesfilets und Roten Rüben (roter Beete)  auf Tellern anrichten. Je ein Spiegelei auf das Labskaus legen.

Hier das Rezept zum Ausdrucken: Labskaus

Und jetzt bin ich gespannt wie euch das gefällt. Kommentare und Meinungen sind herzlich willkommen.


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